Artikel vom
31. Mai
2021

Quelle: Rheinpfalz, Thomas Leimert, 10.Mai 2021 „Kritik meines Vaters ist ehrlich und konstruktiv“Daniel Fichtner hat ein neues Trainingsfeld für sich entdeckt.VIER Fragen an…: Daniel Fichtner (20) wechselt zur neuen Saison vom Landesligisten SV Südwest Ludwigshafen zum Verbandsligisten ASV 1898 Fußgönheim. Der Rheingönheimer begann bei den Bambini des FC Arminia Fußball zu spielen. Von der C- bis zur A-Jugend lief er beim Ludwigshafener SC in der Junioren-Regionalliga auf. Der gelernte Rechtsverteidiger wird zum Immobilienkaufmann ausgebildet. Fichtner setzt sich für die kommende Runde hohe Ziele.Herr Fichtner, Sie spielen in der kommenden Saison beim ASV Fußgönheim. Wie kam der Kontakt zustande und was hat den Ausschlag für den Verbandsligisten gegeben?Pietro Berrafato, den ich von seiner Zeit beim FC Arminia kenne, hat mich angerufen und gefragt, ob ich Interesse habe. Danach hatte ich gute und angenehme Gespräche mit Trainer Ediz Sari, Pietro, Sportchef Osman Boyraz und Geschäftsführer Giuseppe Vitale. Der SV Ruchheim war auch interessiert, aber ich habe dem ASV früh zugesagt. Entscheidend war die höhere Liga. Außerdem kenne ich einige Fußgönheimer Spieler bereits. Neben Pietro zum Beispiel Christian Heil, der auch das Trikot der Arminia getragen hat, oder Tim Demele, der früher in Rheingönheim gewohnt und für Phönix gespielt hat.Der ASV ist in allen Mannschaftsteilen gut besetzt, und der Kader verfügt über die nötige Breite. Nicht leicht für einen jungen Spieler ohne Verbandsliga-Erfahrung. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die nächste Runde?Ich möchte mir einen Stammplatz erarbeiten und mit der Mannschaft viel Spaß an unserem Fußball haben. Derzeit bin ich noch nicht so fit wie im vergangenen Jahr, aber da dürfte ich nicht der einzige sein. Kürzlich habe ich das Radfahren für mich entdeckt, das macht mehr Spaß als das eintönige Joggen. Vereine und Spieler müssen mit einer deutlich längeren Vorbereitungszeit rechnen als sonst. Das ist mir ganz Recht, denn als Kontaktperson eines Corona-Infizierten war ich zwei Wochen in Quarantäne. Den Rückstand hole ich gerade auf.Was sind die wichtigsten Punkte, die man beachten muss, wenn man als Fußballspieler Erfolg haben will?Beim LSC habe ich gelernt, fokussiert zu sein, in jedem Spiel auf die drei Punkte zu gehen, selbstbewusst und zielstrebig aufzutreten. Wir waren in der Regionalliga sicherlich nicht die Besten, aber wir hatten eine super Truppe, die zum Großteil über Jahre von den C- bis zu dem A-Junioren zusammengespielt hat. Beim SV Südwest war es ähnlich. Wir hatten einen kleinen Kader, der aber eine verschworene Einheit war, die viel zusammen unternommen hat.Ihr Vater ist viele Jahre Oberligatrainer gewesen und schaut oft zu, wenn Sie spielen. Wie muss man sich seine Manöverkritik vorstellen?(lacht laut) Er ist schon kritisch und sagt mir offen, wenn etwas nicht gut war. Es ist von Vorteil, wenn Fehler klar angesprochen werden, das bringt mich weiter. Das ist allemal besser, als wenn nur das Positive gesehen wird, wie ich es bei anderen Eltern festgestellt habe. Wenn einer nur durchschnittlich spielt, dann muss man ihn nicht über den grünen Klee loben. Das wäre nicht zielführend. Die Kritik meines Vaters ist in jedem Fall ehrlich und konstruktiv. Er kann einen aber nach einem schwachen Spiel auch gut wieder aufbauen. Außerdem liegen wir in der Einschätzung meiner Leistung meistens auf einer Wellenlänge und beurteilen viele Dinge ähnlich.